Betriebsmodi von Solarwechselrichtern erklärt: SBU, SUB und Prioritätseinstellungen

Solar Inverter Operating Modes Explained

Warum priorisiert ein Solarwechselrichter manchmal die Energie der Batterie und wechselt dann plötzlich zum Stromnetz? Und warum kann das System weiterhin Netzstrom beziehen, selbst nachdem Sie den Modus „Solar zuerst“ eingestellt haben? Die Antwort hängt in der Regel nicht mit dem Ladestrom zusammen, sondern mit den Betriebsmodi des Solarwechselrichters und den Energieprioritätseinstellungen.

 In diesem Leitfaden erläutern wir gängige Optionen wie das solare SBU-Modell (Solarenergie → Batterie → Netzstrom) und das solare SUB-Modell(Solarenergie → Netzstrom → Batterie), was die einzelnen Modi bedeuten, wann sie eingesetzt werden sollten und wie Sie die richtigen Prioritätseinstellungen für Ihren Hybrid-Solarwechselrichter konfigurieren.


Was sind Betriebsmodi von Solarwechselrichtern?

Betriebsmodi von Solarwechselrichtern legen fest, wie ein Solarwechselrichter die Energie zwischen verschiedenen Quellen verwaltet und verteilt, darunter Solarmodule (PV), Batteriespeicher und das Stromnetz. Durch die Auswahl verschiedener Betriebsmodi kann ein Solarwechselrichter festlegen, welche Energiequelle priorisiert werden soll, um Haushaltsgeräte zu versorgen, Batterien zu laden oder Notstrom bereitzustellen.

Wenn beispielsweise tagsüber ausreichend Solarenergie erzeugt wird, kann der Wechselrichter Solarstrom priorisieren, um die Haushaltslasten zu versorgen und überschüssige Energie zum Laden der Batterie zu verwenden. Wenn die Solarstromerzeugung abnimmt, kann das System abhängig von den ausgewählten Prioritätseinstellungen des Solarwechselrichters automatisch auf Batteriestrom oder Netzstrom umschalten.


Gängige Betriebsmodi von Solarwechselrichtern

Verschiedene Betriebsmodi von Solarwechselrichtern sind darauf ausgelegt, unterschiedliche Energieanforderungen zu erfüllen. Zu den gängigsten Modi gehören:

1. Der SUB-Modus erklärt (Solarenergie → Netzstrom → Batterie)

Der SUB-Modus ist einer der beliebtesten Betriebsmodi für netzgekoppelte Solarwechselrichter in Heimspeichersystemen.

Im SUB-Modus:

  • Solarenergie versorgt zuerst die Haushaltsgeräte.
  • Wenn die Solarenergie nicht ausreicht, versorgt Netzstrom die Haushaltsgeräte zusätzlich.
  • Die Batterie wird zuletzt verwendet (hauptsächlich als Backup oder wenn das Stromnetz nicht verfügbar ist).

Der SUB-Modus hilft dabei, die Nutzung von Solarenergie am Tag zu maximieren und gleichzeitig das Stromnetz als sekundäre Quelle beizubehalten, wodurch unnötige Batteriezyklen reduziert werden. Er ist eine praktische Wahl für Eigenheimbesitzer mit einer stabilen Stromversorgung, die ihre Stromkosten dennoch mit Solarenergie senken möchten.

Am besten geeignet für: netzgekoppelte Solaranlagen für Privathaushalte, Gebiete mit stabilen Stromnetzen und Nutzer, die Solarenergie priorisieren möchten, ohne die Batterie stark zu beanspruchen.

2. SBU-Modus erklärt (Solarenergie → Batterie → Netzstrom)

Der SBU-Modus priorisiert zunächst Solarenergie, gefolgt von gespeicherter Batterieenergie, und nutzt das Stromnetz nur als letzte Möglichkeit.

Im SBU-Modus:

  • Solarenergie versorgt zuerst die Haushaltsgeräte.
  • Wenn die Solarenergie nicht ausreicht, versorgt das Batteriespeichersystem die Haushaltsgeräte.
  • Wenn die Batterieleistung zu stark abfällt, wechselt das System zu Netzstrom.

Beim Vergleich der Einstellungen SBU und SUB bei Solarwechselrichtern konzentriert sich der SBU-Modus darauf, Solarenergie und Batteriestrom maximal zu nutzen, bevor auf das Stromnetz zurückgegriffen wird. Dadurch eignet er sich für hybride Solarwechselrichtersysteme in Gebieten mit instabiler Netzversorgung oder für Nutzer, die ihre Abhängigkeit vom Netzstrom und ihre Stromkosten reduzieren möchten.

Am besten geeignet für: netzferne Haushalte, instabile Stromnetze, Nutzer mit ausreichender Batteriekapazität und Systeme, die auf eine Verringerung des Netzstromverbrauchs ausgerichtet sind.


Andere Prioritätsmodi

Neben den Modi SBU und SUB bieten einige Solarwechselrichter auch andere Prioritätseinstellungen, um den Energiefluss zwischen Solarenergie, Batterie und Netzstrom zu steuern.

UTI-Modus erklärt (Netzstrom → Solar-/Batterie-Backup)

Der UTI-Modus (Netzpriorität) priorisiert Netzstrom als Hauptquelle für die Haushaltslasten. Solarenergie und Batterie dienen hauptsächlich als Backup-Unterstützung.

Im UTI-Modus:

  • Netzstrom versorgt zuerst die Haushaltsgeräte.
  • Solarenergie wird je nach Wechselrichtermodell typischerweise zum Laden der Batterie oder zur Unterstützung der Last verwendet.
  • Wenn das Stromnetz ausfällt, wechselt das System zu Solarenergie und/oder Batterie-Backup.

Der UTI-Modus trägt dazu bei, in Gebieten mit zuverlässiger Netzstromversorgung eine stabile Stromversorgung aufrechtzuerhalten und häufige Batteriezyklen zu reduzieren. Er ist eine praktische Wahl für Nutzer, denen Versorgungskontinuität und eine lange Batterielebensdauer wichtiger sind als maximale Netzunabhängigkeit.

Am besten geeignet für: Haushalte mit stabiler Netzversorgung, Nutzer, die einen netzpriorisierten Betrieb wünschen, und Systeme, bei denen Backup-Bereitschaft wichtiger ist als täglicher Eigenverbrauch.

SOL-Modus erklärt (Solarenergie → Netzstrom → Batterie)

Der SOL-Modus (Solarpriorität) priorisiert Solarenergie für die Haushaltslasten und nutzt das Stromnetz als sekundäre Quelle, bevor stark auf die Batterie zurückgegriffen wird.

Im SOL-Modus:

  • Solarenergie versorgt zuerst die Haushaltsgeräte.
  • Wenn die Solarenergie nicht ausreicht, unterstützt Netzstrom die Last.
  • Die Batterie bleibt im Allgemeinen als Backup reserviert oder wird später gemäß den Batterieeinstellungen des Wechselrichters genutzt.

Der SOL-Modus hilft, die Nutzung von Solarenergie tagsüber zu maximieren und gleichzeitig die Batteriezyklen im Vergleich zu Batterieprioritätsmodi zu reduzieren. Bei vielen Hybridwechselrichtern funktioniert SOL ähnlich wie SUB (Solarenergie → Netzstrom → Batterie), wobei die genaue Logik je nach Marke und Firmware variieren kann.

Ideal für: an das Stromnetz angeschlossene Solaranlagen für Privathaushalte, Gebiete mit stabilen Stromnetzen und Nutzer, die den Betrieb mit Solarpriorität wünschen, ohne die Batterie zu stark zu entladen.

Bypass-Modus erklärt (Stromnetz → Verbraucher)

Der Bypass-Modus ist ein gängiger Betriebsmodus von Hybrid-Solarwechselrichtern. Er ermöglicht, dass Netzstrom die Haushaltslasten direkt versorgt, ohne die Batterie des Wechselrichters oder dessen Gleichstrom-Umwandlungsfunktion zu nutzen.

Beispielsweise unterstützt der PowMr 12KW 48Vdc Hybrid-Wechselrichter (SKU: POW-SunSmart LVM12K) sowohl den Netz-Bypass als auch den Wechselrichter-Ausgangsmodus. Dadurch können Nutzer je nach Systembedingungen zwischen der direkten Stromversorgung aus dem Netz und der stromversorgungsbasierten Ausgabe über den Wechselrichter wechseln.

Im Bypass-Modus:

  • Netzstrom versorgt Haushaltsgeräte direkt
  • Der Wechselrichter umgeht die Batterieentladung und die Gleichstrom-Wechselstrom-Umwandlung
  • Die Batterie bleibt als Notstromquelle verfügbar, wenn das Stromnetz ausfällt

Dieser Modus hilft, unnötige Batteriezyklen zu reduzieren und die Lebensdauer der Batterie zu verlängern, wenn die Netzversorgung stabil ist. Bei einem Netzausfall kann der Wechselrichter wieder in den Wechselrichter-Ausgangsmodus wechseln und Notstrom aus Solarenergie oder dem Batteriesystem bereitstellen.


Häufige Missverständnisse über Prioritätsmodi

Viele Nutzer gehen davon aus, dass eine unerwartete Nutzung des Stromnetzes bedeutet, dass der Wechselrichter falsch lädt – oder dass „Solar zuerst“ die Nutzung von Netzstrom vollständig verhindern sollte. In den meisten Fällen hängt dieses Verhalten von der  Priorität der Ausgangsquelle und nicht vom Ladestrom ab.

Missverständnis 1: „Solar zuerst“ bedeutet, dass das System niemals das Stromnetz nutzt.

„Solar zuerst“ bedeutet lediglich, dass PV die höchste Priorität hat. Was danach geschieht, hängt vom Modus ab:

  • Im SUB-Modus (Solar → Stromnetz → Batterie) bezieht der Wechselrichter bei unzureichender Solarenergie zunächst  Netzstrom , bevor er die Batterie nutzt. Daher kann das System weiterhin Strom aus dem Netz beziehen, obwohl Solarenergie priorisiert wird.
  • Im SBU-Modus (Solar → Batterie → Stromnetz) nutzt der Wechselrichter bei unzureichender Solarleistung zuerst die  Batterie  und schaltet erst dann auf das Stromnetz um, wenn die Batteriekapazität oder -spannung zu stark absinkt.

Missverständnis 2: Ein plötzliches Umschalten von der Batterie auf das Stromnetz bedeutet, dass etwas nicht stimmt.

Im SBU-Modus ist dieser Wechsel häufig normal. Wenn die Solarleistung nicht ausreicht, um die Last zu versorgen, und die Batterie ihren Unterspannungs- oder niedrigen SOC-Schutzpunkt erreicht, wechselt der Wechselrichter automatisch zum Netzstrom, um die Batterie zu schützen und den Betrieb der Verbraucher aufrechtzuerhalten. Auch große Lastspitzen können diese Umschaltung schneller auslösen.

Missverständnis 3: Die Einstellungen des Ladestroms bestimmen, welche Quelle den Haushalt mit Strom versorgt.

Der Ladestrom beeinflusst hauptsächlich, wie schnell die Batterie geladen wird. Welche Quelle die Haushaltsverbraucher versorgt, wird durch den Betriebsmodus bzw. die Energieprioritätseinstellungen (SUB, SBU, Netzpriorität usw.) gesteuert.

Wie stellt man die Prioritäten des Wechselrichters ein?

Die Einstellung der Prioritäten des Wechselrichters bestimmt, ob die Verbraucher im Haushalt zuerst Solarstrom (PV), Batteriespeicher oder Netzstrom nutzen. Je nach Wechselrichtermodell können die Menünamen und Einstellungen abweichen. Im Folgenden verwenden wir den PowMr 6KW 48V 110/240Vac Split Phase All in One Inverter (SKU: POW-LVM6K-SP) als Beispiel, um die Einstellung der Betriebsmodi eines Solarwechselrichters zu erklären.

Schritt 1: Einstellungsmenü des Wechselrichters aufrufen

Schalten Sie den Wechselrichter ein und rufen Sie über das LCD-Bedienfeld die Einstellungsoberfläche auf.

  • Halten Sie die ENTER-Taste gedrückt, um das Einstellungsmenü aufzurufen.
  • Verwenden Sie die Tasten UP/DOWN, um durch die Einstellungen zu navigieren.
  • Drücken Sie ENTER, um die Änderungen zu bestätigen.

Schritt 2: Ausgangsquellenpriorität auswählen

Suchen Sie die Option „Ausgangsquellenpriorität“ und wählen Sie den geeigneten Hybrid-Solarwechselrichter Betriebsmodus entsprechend Ihrer Anwendung:

SBU-, SUB- und Prioritätseinstellungen

Modus Strompriorität Empfohlene Anwendung
SBU-Modus Solar → Batterie → Netz Netzunabhängige Solaranlagen und Notstromversorgung
SUB-Modus Solar → Netz → Batterie Netzgekoppelte Solarstromanlagen für Privathaushalte
Netzprioritätsmodus Netz → Solar-/Batterie-Backup Gebiete mit stabilem Netzstrom

Schritt 3: Batterieschutzeinstellungen anpassen

Wählen Sie zunächst den Prioritätsmodus des Wechselrichters aus und konfigurieren Sie anschließend die Batterieparameter entsprechend Ihrem Batterietyp und den Anforderungen des Systems.

Zu den üblichen Einstellungen gehören:

  • Unterspannungs-Schutzpunkt der Batterie
  • Einstellungen für die Ladepriorität
  • Parameter für das Laden und Entladen der Batterie

Die richtigen Einstellungen helfen, eine Tiefentladung zu verhindern und die Lebensdauer von LiFePO4-Batterien in einem Solarenergiespeichersystem zu verlängern.

Schritt 4: Einstellungen speichern und System testen

Nach Abschluss der Einrichtung:

  • Speichern Sie die Wechselrichtereinstellungen.
  • Prüfen Sie die LCD-Anzeige, um die aktive Stromquelle zu bestätigen.
  • Testen Sie den Wechsel zwischen Solar-, Batterie- und Netzstrom.

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