Beim Parallelschalten mehrerer Lithiumbatterien müssen bei einigen Batterien DIP-Schaltereinstellungen vorgenommen werden, um Kommunikationsadressen zuzuweisen und eine ordnungsgemäße Kommunikation des Batteriemanagementsystems (BMS) sicherzustellen.
In diesem Leitfaden erklären wir, was ein DIP-Schalter an einer Lithiumbatterie ist, wie DIP-Schalter bei einer parallelen Batterieverbindung funktionieren und wie man DIP-Schalter für eine parallele Verbindung von Lithiumbatterien einstellt – einschließlich der DIP-Schaltereinstellungen für 2, 3, 4 oder mehr Batterien.
Was ist ein DIP-Schalter an einer Lithiumbatterie?
Ein DIP-Schalter an einer Lithiumbatterie ist eine kleine Gruppe von Schaltern auf der Rückseite des Batteriegehäuses (der Rückseite des Packgehäuses), die mit dem BMS (Batteriemanagementsystem) verbunden ist. Die meisten Packs verwenden 4–8 Schalter, von denen jeder entweder auf ON oder OFF steht. Unterschiedliche ON-/OFF-Kombinationen erzeugen eine eindeutige Kommunikationsadresse (auch Pack-ID genannt), sodass das System jede Batterie erkennen kann, wenn mehrere Packs parallel angeschlossen werden.
Bei Energiespeicherbatterien – insbesondere bei Rack-Batterien – ändert der DIP-Schalter weder Spannung noch Kapazität. Seine Aufgabe lässt sich auf eine Frage reduzieren: Welches Pack ist welches? Rack-Lithiumbatterien werden häufig als modulare Einheiten in einem Schrank installiert und parallel erweitert. Der Solarwechselrichter, das Überwachungssystem oder der Batteriekommunikationsbus (üblicherweise RS485 oder CAN) verwendet diese Adresse, um Master-/Slave-Rollen festzulegen, den Status jedes Packs auszulesen sowie Laden und Entladen zu koordinieren. Wenn zwei Packs dieselbe Adresse haben oder die Einstellungen des Batterie-DIP-Schalters falsch sind, kann es zu Kommunikationsfehlern, Parallelfehlern, falschen Kapazitätsanzeigen oder dazu kommen, dass das System überhaupt nicht im Parallelbetrieb startet.
Stellen Sie sich den DIP-Schalter des BMS als die ID-Nummer jeder Batterie vor. In einer Parallelschaltung muss jede Rack-Batterie eine eindeutige DIP-Kombination haben. Die Batteriepacks sollten in der Regel bei Spannung, Kapazität und Modell übereinstimmen. Befolgen Sie anschließend die Adresstabelle im Handbuch des jeweiligen Modells. Die Funktion eines DIP-Schalters bei einer LiFePO4-Batterie kann je nach Marke unterschiedlich sein. Verwenden Sie daher immer die Tabelle für Ihr genaues Produkt – übernehmen Sie keine Einstellungen aus einer anderen Batteriemodellreihe.
Wie funktionieren DIP-Schalter bei einer Parallelschaltung von Batterien?
Wenn mehrere Lithiumbatterien parallel betrieben werden, muss der Solarwechselrichter wissen, welches Pack der Master und welche Packs die Slaves sind. Der DIP-Schalter für die Parallelschaltung von Lithiumbatterien weist diese Rollen zu.
Nehmen Sie die PowMr 100Ah 51,2V Lithiumbatterie zur Rackmontage (POW-LIO48100-3.5U) als Beispiel. Weisen Sie zunächst jedem Pack eine andere Adresse zu. Das mit dem BMS-Anschluss des Wechselrichters verbundene Pack ist der Master (Adresse 1); die anderen sind Slaves (2, 3, 4 …). Verbinden Sie die Packs über RS485B miteinander. Anschließend meldet der Master die vollständige Batteriegruppe über RS485A oder CAN an den Wechselrichter.
Beachten Sie drei Regeln für die Einrichtung der DIP-Schalter bei der Parallelschaltung von Batterien:
- Kein Pack darf dieselbe Adresse wie ein anderes verwenden
- Der Master muss auf Adresse 1 eingestellt werden
- Slaves der Reihe nach einstellen: 2, 3, 4 …
Wenn zwei Packs dieselbe DIP-Schalteradresse verwenden, kann das System sie nicht unterscheiden. Möglicherweise werden die falsche Batterieanzahl oder ein abnormaler Status angezeigt oder die Parallelschaltung schlägt fehl. Stellen Sie bei Rackmontage-Batterien die DIP-Schalter ein, bevor Sie die Verkabelung und die Einschaltprüfungen abschließen.
Schritt für Schritt: DIP-Schalter für die Parallelschaltung von Batterien einstellen
Am Beispiel der PowMr 100Ah 51,2V Lithiumbatterie zur Rackmontage müssen Sie jeder Batterie vor der Parallelschaltung mehrerer Packs eine andere Kommunikationsadresse zuweisen. Diese Batterie verfügt über 4 DIP-Schalter, und verschiedene EIN/AUS-Kombinationen können 16 Adressen (0–15) festlegen.
Schritt 1: Spannung vor der Verkabelung prüfen
Für eine Parallelschaltung mehrerer Batteriepacks drücken Sie den Niederspannungs-EIN/AUS-Schalter jeder Batterie und messen Sie die Spannung mit einem Multimeter.
Wenn die Spannungen übereinstimmen, schalten Sie das Gerät vor dem Anschließen der Kabel aus . Schalten Sie keine Batterien parallel, wenn der Spannungsunterschied zu groß ist.
Schritt 2: Die ADS-DIP-Schalter auf der Rückseite finden
Suchen Sie an jeder Lithiumbatterie mit 100 Ah und 51,2 V für die Rackmontage den DIP-Schalter (ADS) auf der Rückseite –4 Positionen (#1–#4), jeweils EIN oder AUS.
Im Parallelbetrieb weisen Sie den DIP-Schaltern eine Kommunikationsadresse zu und legen die Master-/Slave-Rollen fest.
Schritt 3: Master-/Slave-Adressen festlegen (vor dem Einschalten)
Gemäß dem Handbuch:
- Das Pack, das über das BMS-Kommunikationskabel mit dem Wechselrichter verbunden ist = Host / Master
- Stellen Sie den Master auf Adresse 1 ein – dies muss vor dem Einschalten erfolgen.
- Weisen Sie anderen Packs die Adressen 2, 3, 4 … zu; verwenden Sie die Adresse 1 niemals zweimal.
ADS-Adressentabelle (#1–#4):
| Adresse | #1 | #2 | #3 | #4 |
|---|---|---|---|---|
|
0
|
AUS
|
AUS
|
AUS
|
AUS
|
|
1 (Master)
|
EIN
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AUS
|
AUS
|
AUS
|
|
2
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AUS
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EIN
|
AUS
|
AUS
|
|
3
|
EIN
|
EIN
|
AUS
|
AUS
|
|
4
|
AUS
|
AUS
|
EIN
|
AUS
|
|
5
|
EIN
|
AUS
|
EIN
|
AUS
|
|
6
|
AUS
|
EIN
|
EIN
|
AUS
|
|
7
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EIN
|
EIN
|
EIN
|
AUS
|
|
8
|
AUS
|
AUS
|
AUS
|
EIN
|
|
…
|
…
|
…
|
…
|
…
|
|
15
|
EIN
|
EIN
|
EIN
|
EIN
|
Schritt 4: Parallele Kommunikation verbinden (RS485B)
Verbinden Sie die Batterien mit dem Parallel-Kommunikationskabel über RS485B: vom Ausgang des Masters zum Eingang des nächsten Packs und anschließend weiter zu Pack 3 und 4.
Das Pack, das mit dem Wechselrichter kommuniziert, muss Master mit der Adresse 1< sein.
Schritt 5: Erdung
Verbinden Sie den Erdungsanschluss jeder Batterie mit der Systemerdung (Erdungsanschluss an der unteren Anschlussblende).
Schritt 6: Parallelstromkabel und Wechselrichter verbinden
Verbinden Sie alle Packs mit roten/schwarzen Parallelkabeln und schließen Sie sie anschließend an den Wechselrichter an. Überprüfen Sie bei jedem Schritt die Polarität.
Bei mehr als 4 Packs sollte nach Möglichkeit vor dem Wechselrichter eine Sammelschiene verwendet werden.
Schritt 7: BMS-Kommunikation des Wechselrichters verbinden
Verbinden Sie den RS485A- oder CAN-Masteranschluss über das BMS-Kabel mit dem Wechselrichter (Protokoll und Pins hängen von der Wechselrichtermarke ab – siehe Abschnitt 9.6 des Handbuchs).
Schritt 8: Einschalten in der richtigen Reihenfolge und Kommunikation überprüfen
Nachdem die Verkabelung und die DIP-Einstellungen abgeschlossen sind:
- Schalten Sie zuerst die Batterieseite ein.
- Starten Sie anschließend den Wechselrichter.
- Bestätigen Sie, dass der Wechselrichter Batteriedaten ausliest (SOC, Spannung, Anzahl der Packs usw.).
Wenn Batteriedaten am Wechselrichter angezeigt werden, sind die BMS-Kommunikation und die DIP-Adressierung wahrscheinlich korrekt.


